← Zurück zum Blog

Umzug ins Pflegeheim: die ersten Wochen gut begleiten

Von Deniz Akkaya, Marketing Manager· Veröffentlicht am
Ein weißhaariger Mann sitzt lächelnd in seinem gemusterten Sessel am Fenster und telefoniert mit einem schwarzen Telefonhörer.

So bereitest du den Umzug ins Pflegeheim gemeinsam vor. Was mitkommt und wie ihr in den ersten Wochen verbunden bleibt.

Der Tag, an dem deine Mutter ins Pflegeheim zieht, ist selten ein leichter Tag. Für sie endet ein Kapitel in der eigenen Wohnung. Für dich beginnt eine Zeit mit vielen Aufgaben und oft gemischten Gefühlen.

Ihr seid damit nicht allein. Im Dezember 2023 wurden in Deutschland rund 800.000 pflegebedürftige Menschen vollstationär in Pflegeheimen betreut (Statistisches Bundesamt, 2024).

Dieser Beitrag hilft dir, den Umzug zu planen, das Richtige einzupacken und die ersten Wochen gut zu begleiten. Wir schreiben von deiner Mutter. Gemeint ist jeder Mensch, den du begleitest. Einiges gilt auch für einen Umzug ins betreute Wohnen. Vertrag und Kosten folgen dort aber eigenen Regeln.

Vor dem Umzug: gemeinsam entscheiden

Je mehr deine Mutter selbst entscheidet, desto mehr bleibt es ihr Umzug. Besucht das Heim vorher zusammen, wenn es geht. Schaut euch das Zimmer an und fragt, welche eigenen Möbel mitdürfen. Der eigene Sessel, die Kommode, das Bild über dem Bett: Das macht aus einem Zimmer ein Zuhause.

Lest den Heimvertrag in Ruhe, bevor ihr unterschreibt. Gut zu wissen: In den ersten zwei Wochen nach Beginn des Vertrags kann deine Mutter jederzeit ohne Frist kündigen (§ 11 Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz).

Die Kosten schriftlich klären

Die Pflegekasse zahlt im Heim einen Betrag, der vom Pflegegrad abhängt. Den Rest trägt deine Mutter selbst. Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten können je nach Heim sehr unterschiedlich ausfallen. Lasst euch die Kosten deshalb schriftlich aufschlüsseln und vergleicht mehrere Häuser.

Bei Pflegegrad 2 bis 5 steigt der Zuschuss mit der Zeit. Vom pflegebedingten Eigenanteil übernimmt die Pflegekasse 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und danach 75 Prozent (Bundesgesundheitsministerium, Stand September 2026). Reichen Einkommen und Vermögen trotzdem nicht, gibt es beim Sozialamt Hilfe zur Pflege (§ 61 SGB XII).

Wohnung, Post und Ämter

Als Mieterin kündigt deine Mutter spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ende des übernächsten Monats (§ 573c BGB). Sprecht früh mit dem Vermieter. Manchmal lässt sich ein früheres Ende vereinbaren, etwa wenn jemand nachziehen möchte.

Im Heim anmelden muss sie sich nicht, solange sie noch für eine Wohnung in Deutschland gemeldet ist (§ 32 Bundesmeldegesetz). Gebt ihr die Wohnung auf, klärt die Ummeldung mit dem Bürgeramt. Ein Nachsendeauftrag für die Post hilft in der Übergangszeit. Die neue Adresse bekommen Rentenversicherung, Krankenkasse, Bank und Versicherungen.

Was mitnehmen ins Pflegeheim: die Checkliste

Frag das Heim vorher nach seiner eigenen Liste. Manches stellt das Haus, anderes nicht.

  • Papiere: Personalausweis, Versichertenkarte, Bescheid über den Pflegegrad, Medikamentenplan und, falls vorhanden, Kopien von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

  • Kleidung, bequem und waschmaschinenfest, mit Namen gekennzeichnet, wenn das Heim darum bittet

  • Brille, Hörgeräte samt Ladegerät oder Batterien, Gehstock oder Rollator

  • Vertrautes: der Lieblingssessel, Decke und Kissen, Fotos, eine gut lesbare Uhr, eine Pflanze

  • Telefon oder Handy mit Ladekabel und eine groß gedruckte Liste mit den wichtigsten Nummern

  • Etwas für den Tag: Radio, Zeitung, Rätselhefte, Strickzeug

Wertvollen Schmuck und größere Bargeldbeträge lasst ihr besser zu Hause oder bei dir.

Der Umzugstag

Richtet das Zimmer möglichst vorher ein. Wenn deine Mutter ankommt, hängen die Fotos schon, der Sessel steht am Fenster und das Bett ist bezogen. Plant den Tag ohne Hektik. Bleib zum ersten Essen, wenn du kannst.

Stell dich beim Pflegeteam vor und frag, wer eure feste Ansprechperson ist. Tauscht Telefonnummern aus und klärt, zu welchen Zeiten ein Anruf gut passt.

Die ersten Wochen: Ankommen braucht Zeit

Wie lange das Ankommen dauert, ist sehr unterschiedlich. Manche finden schnell Anschluss am Tisch, andere brauchen länger.

Erzähl dem Team, wer deine Mutter ist. Schreibt auf ein Blatt, wie sie angesprochen werden möchte und wann sie gern aufsteht. Was sie mag und was nicht. Welche Musik sie hört und welche Namen in ihren Geschichten vorkommen. So lernt das Team sie als Person kennen, nicht nur als neue Bewohnerin.

Wie oft du kommst, besprecht ihr am besten mit ihr und dem Team. Feste Zeiten geben Halt, etwa jeden Mittwoch und jeden Sonntag. Geh mit zu den Angeboten im Haus, zum Singen oder zum Kaffeetrinken. Nach ein paar Malen kennt sie die Gesichter und geht vielleicht allein hin.

Vielleicht vermisst deine Mutter ihre Wohnung. Lass ihr Raum, davon zu erzählen. Das heißt nicht, dass die Entscheidung falsch war. Auch du darfst den Umzug mit gemischten Gefühlen erleben. Wie du solche Einschnitte begleitest, beschreibt unser Ratgeber Einsamkeit im Alter vorbeugen: Prävention bei Übergängen.

In Kontakt bleiben, auch aus der Ferne

Nicht jede Familie wohnt um die Ecke. Gerade dann zählen kleine, verlässliche Zeichen.

  • Ein fester Anrufzeitpunkt, zum Beispiel jeden Abend nach dem Essen. Klärt vorher, ob es im Zimmer einen Telefonanschluss gibt oder ob ein Handy besser passt.

  • WLAN im Zimmer: Fragt danach, bevor ihr Technik kauft. Wie deine Mutter gut online kommt, mit oder ohne WLAN, zeigt unser Beitrag Internet für Menschen über 70: Gerät, Anschluss und Kurse.

  • Videoanrufe: So hört sie nicht nur eure Stimmen, sie sieht auch eure Gesichter. Wie der erste Anruf klappt, erklärt unser Ratgeber Videotelefonie: der erste Videoanruf Schritt für Schritt. Frag das Team, ob anfangs jemand beim Annehmen hilft.

  • Fotos aus eurem Alltag: Ein digitaler Bilderrahmen mit App holt die Bilder, die ihr schickt, über das Internet ins Zimmer.

  • Post: Eine Karte pro Woche kann auf dem Nachttisch stehen bleiben, auch wenn der letzte Anruf längst vorbei ist.

Fällt das Tippen schwer, helfen Geräte, die man mit der Stimme bedient. Unser eigenes Gerät Amara Home funktioniert so: Deine Mutter sagt, wen sie anrufen möchte, und die Familie schickt Fotos über die Amara App. Fehlt im Heim das WLAN, gibt es alternativ eine integrierte SIM-Karte.

Teilt euch als Geschwister auf, wer wann besucht und anruft. Ein gemeinsamer Kalender hilft, damit nicht alle am Sonntag kommen und die Woche leer bleibt.

Häufige Fragen zum Umzug ins Pflegeheim

Was ist beim Umzug ins Pflegeheim zu beachten?

Bezieht deine Mutter in die Entscheidungen ein, lest den Heimvertrag in Ruhe und lasst euch die Kosten schriftlich geben. Kündigt rechtzeitig die Wohnung, stellt die Post um und packt Papiere, Hilfsmittel und vertraute Dinge ein.

Kann man den Heimvertrag nach dem Einzug kündigen?

Ja. In den ersten zwei Wochen nach Vertragsbeginn geht das jederzeit und ohne Frist. Danach kann deine Mutter spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ende desselben Monats schriftlich kündigen (§ 11 WBVG).

Wie lange dauert die Eingewöhnung im Pflegeheim?

Dafür gibt es keine feste Zeit. Vertraute Dinge im Zimmer, verlässliche Besuche und ein Team, das deine Mutter kennt, machen das Ankommen leichter.

Muss man sich im Pflegeheim ummelden?

Nicht, solange deine Mutter noch für eine Wohnung in Deutschland gemeldet ist. Gebt ihr die Wohnung auf, fragt beim Bürgeramt nach, was dann gilt.

Bildhinweis: Die Fotos auf dieser Seite wurden mit KI erstellt. Sie zeigen keine realen Personen.