Familie & Alltag
Einsamkeit in Zahlen
Was Studien über Deutschland zeigen

Von Deniz Akkaya · · 16 Min. Lesezeit
In Deutschland fühlen sich rund 16 Prozent der Menschen ab 10 Jahren oft einsam (Destatis, Zeitverwendungserhebung 2022).

- Ab 80 fühlten sich 12,1 Prozent meistens oder immer einsam (D80+ von DZA und Universität zu Köln, erhoben 2020/21 während Corona).
- Im Pflegeheim waren 35,2 Prozent der Menschen ab 80 einsam (D80+, erhoben 2020/21 während Corona).
- Weltweit ist laut WHO (2025) jede sechste Person von Einsamkeit betroffen.
Diese Seite stellt zehn Studien und Berichte zur Einsamkeit in Deutschland und weltweit nebeneinander. Bei jeder Zahl stehen Quelle, Erhebungsjahr und Definition, denn die Studien messen nicht dasselbe. Stand: 25. September 2026. Was du als Familie tun kannst, steht im Ratgeber Einsamkeit im Alter: Ursachen, Anzeichen und was hilft.
Direkt zu: Zahlen ab 65 · Ab 80 und im Pflegeheim · Was die Zahlen nicht zeigen · Alle Studien im Überblick
Der Unterschied nach Altersgruppe ist groß: 25 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fühlen sich oft einsam, aber nur 10 Prozent der Menschen ab 65 (Destatis, Zeitverwendungserhebung 2022).
Oft einsam, nach Alter (2022)
- 18 bis 29 Jahre25 %
- alle ab 10 Jahren16,3 %
- ab 65 Jahren10 %
Einsamkeit in Deutschland: Wie viele Menschen sind einsam?
Eine einzige Einsamkeitsquote für Deutschland gibt es nicht. Vier Auswertungen aus drei großen Erhebungen liefern vier verschiedene Werte, weil sie unterschiedlich fragen, andere Schwellen setzen und unterschiedliche Altersgruppen befragen. Zwei davon nutzen dieselben SOEP-Daten von 2021. Jeder Wert gilt nur mit seiner Definition.
- 16,3 Prozent der Menschen ab 10 Jahren fühlen sich oft einsam. So steht es in der Zeitverwendungserhebung 2022 des Statistischen Bundesamts (Destatis) und in dessen Pressemitteilung vom 16. Juli 2025. Destatis hat die Ergebnisse im Juni 2025 überarbeitet; vorher nannte der Sozialbericht 2024 16 Prozent, knapp 12,2 Millionen Menschen. Gemessen wurde eine Selbsteinschätzung: „oft einsam“.
- 11,3 Prozent der Erwachsenen hatten 2021 eine erhöhte Einsamkeitsbelastung. So steht es im Einsamkeitsbarometer 2024 des Bundesfamilienministeriums. Grundlage ist das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) mit drei Fragen der UCLA-Einsamkeitsskala; erhöht heißt: im Mittel häufiger als „manchmal“ einsam.
- 19 Prozent fühlten sich 2021 mindestens manchmal einsam. Das berechnet das DIW Berlin im Wochenbericht 5/2025 aus dem SOEP 2021; für das SOEP werden jährlich rund 30.000 Personen befragt. Die Schwelle liegt hier niedriger als im Einsamkeitsbarometer.
- 9,3 Prozent der 43- bis 90-Jährigen sind sehr einsam, rund jede elfte Person. Das ergibt der Deutsche Alterssurvey (DEAS) des DZA, 2025 aus den Befragungen 2017 und 2023 mit 9.623 ausgewerteten Fällen, gemessen mit der De-Jong-Gierveld-Skala. Einige Personen wurden in beiden Jahren befragt und zählen doppelt.
Einsamkeit nach Alter: Wer ist am häufigsten einsam?
Welche Altersgruppe am häufigsten einsam ist, hängt von Jahr und Messung ab. In der Zeitverwendungserhebung 2022 und im Einsamkeitsbarometer 2024 (Daten von 2021) sind junge Erwachsene häufiger einsam als Menschen im Rentenalter. In SOEP-Daten von 2023 liegen unter Menschen ohne Behinderungen die 18- bis 40-Jährigen und die Menschen ab 75 gleichauf (Einsamkeitsbarometer 2026, eine einzelne Aussage).
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25 Prozent der 18- bis 29-Jährigen fühlten sich 2022 oft einsam, aber 10 Prozent der Menschen ab 65, laut der Zeitverwendungserhebung 2022 (Destatis). Frauen ab 65 lagen bei 12 Prozent, Männer ab 65 bei rund 8 Prozent; über alle Altersgruppen Frauen bei 18 und Männer bei 14 Prozent. Laut Sozialbericht 2024 sind Hochbetagte in dieser Stichprobe unterrepräsentiert; Menschen in Alten- und Pflegeheimen wurden nicht befragt.
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Das Einsamkeitsbarometer 2024 des Bundesfamilienministeriums kommt für 2021 zum selben Muster: 14,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, 12,3 Prozent der 30- bis 50-Jährigen, 9,8 Prozent der 51- bis 75-Jährigen und 10,2 Prozent der Menschen über 75 hatten eine erhöhte Einsamkeitsbelastung. Bei Frauen waren es 12,8 Prozent, bei Männern 9,8 Prozent.
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Im DEAS ist die Gruppe ab 76 Jahren nicht einsamer als die Jüngeren. Menschen ab 76 kamen im Mittel auf 1,77, die Altersgruppen von 43 bis 75 Jahren auf 1,81 bis 1,84, auf einer Skala von 1 (nicht einsam) bis 4 (sehr einsam). Der Abstand zu den 43- bis 55-Jährigen ist statistisch signifikant. Der DEAS befragt Menschen in Privathaushalten; Menschen in Heimen sind laut Autorenteam unterrepräsentiert (DZA Aktuell 03/2025).
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2023 lagen unter Menschen ohne Behinderungen die 18- bis 40-Jährigen und die Menschen ab 75 gleichauf: Es stimmten 23,3 Prozent der Jüngsten und 23,7 Prozent der Ältesten der Aussage „Ich fühle mich oft einsam“ zu, laut Einsamkeitsbarometer 2026 (SOEP 2023, eine einzelne Aussage, ab 18 Jahren). Diese Werte messen anders als die UCLA-Reihe und lassen sich nicht mit ihr vergleichen.
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Im langen SOEP-Verlauf waren Menschen über 75 eher einsam. Laut Einsamkeitsbarometer 2024 (S. 19 und 25) waren im SOEP Menschen über 75 eher von Einsamkeit betroffen als 18- bis 75-Jährige. In den Pandemiejahren lagen die Jüngsten höher: 2020 um 9 Prozentpunkte über den Menschen über 75.

Einsamkeit im Alter: Statistik für 65, 75 und 80 plus
Kurz gesagt: Ab 80 steigt der Anteil einsamer Menschen mit jedem Altersabschnitt, und im Pflegeheim ist er am höchsten.
Für das hohe Alter gibt es eine eigene, bundesweit repräsentative Befragung: D80+ „Hohes Alter in Deutschland“ des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) und des ceres der Universität zu Köln. Befragt wurden 10.372 Menschen ab 80, davon 1.048 in Heimen, von November 2020 bis April 2021, also während der Corona-Pandemie. Als einsam gilt, wer sich in der Woche vor der Befragung „meistens“ oder „immer oder fast immer“ einsam fühlte.
- 12,1 Prozent der Menschen ab 80 fühlten sich meistens oder immer einsam. 87,9 Prozent lagen unter dieser Schwelle. Laut D80+ (2022) ist das etwa doppelt so viel, wie für die Zeit vor Corona geschätzt wurde.
- Der Anteil steigt mit dem Alter: 8,7 Prozent bei 80 bis 84 Jahren, 14,5 Prozent bei 85 bis 89 Jahren, 22,1 Prozent ab 90 (D80+, 2022).
- Frauen ab 80 waren doppelt so oft einsam wie Männer: 15,0 gegenüber 7,4 Prozent (D80+, 2022).
- Ohne Partner oder Partnerin waren 18,6 Prozent der Menschen ab 80 einsam, mit Partner 3,9 Prozent (D80+, 2020/21).
- Menschen ab 80 mit weniger als vier wichtigen Menschen im Leben waren zu knapp 15 Prozent einsam, mit neun oder mehr zu 8,1 Prozent (D80+, 2020/21).
Welche Einschnitte oft am Anfang stehen, vom Tod des Partners bis zum Umzug ins Heim, beschreibt der Ratgeber unter typische Auslöser von Einsamkeit im Alter.
Nach Alter
- 80 bis 84 Jahre8,7 %
- 85 bis 89 Jahre14,5 %
- ab 90 Jahren22,1 %
Nach Wohnform
- Privathaushalt9,5 %
- Pflegeheim35,2 %
Für Menschen ab 75 in Privathaushalten gibt es eine forsa-Befragung im Auftrag der Malteser von Anfang 2021: 22 Prozent fühlten sich „häufig oder zumindest hin und wieder“ einsam, bei den über 84-Jährigen 31 Prozent, bei Alleinlebenden 35 Prozent. Sie ist nicht bundesweit repräsentativ, denn befragt wurden 1.000 Menschen an 112 Projektstandorten, während des Corona-Lockdowns. 58 Prozent derer, die sich manchmal einsam fühlten, sagten, das sei erst seit Beginn der Corona-Krise so.
Wohnsituation: allein leben, Partnerschaft, Pflegeheim
Allein leben und einsam sein sind zwei verschiedene Dinge; den Unterschied erklärt der Abschnitt Alleinsein ist nicht Einsamkeit im Ratgeber. Die Zahlen zeigen aber, dass beides zusammenhängt.
- 46,9 Prozent der Menschen über 75 lebten 2021 allein, laut Einsamkeitsbarometer 2024 (S. 24) auf Basis des SOEP. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 17,6 Prozent.
Allein lebend, nach Alter (2021)
- 18 bis 29 Jahre17,6 %
- 30 bis 50 Jahre20,7 %
- 51 bis 75 Jahre25,3 %
- über 75 Jahre46,9 %
- Gut jede dritte Person ab 65 lebt allein (34,4 Prozent), ab 85 mehr als jede zweite (55,8 Prozent). Das zeigt der Mikrozensus 2025 des Statistischen Bundesamts, veröffentlicht im Juni 2026. Er misst anders als das SOEP und steht deshalb nicht im Diagramm.
- Alleinlebende ab 65 fühlen sich seltener oft einsam als jüngere Alleinlebende: 17,6 Prozent gegenüber 35,9 Prozent bei den unter 30-Jährigen, laut der Zeitverwendungserhebung 2022.
| Wohnsituation | Anteil einsam |
|---|---|
| Alleinlebende, alle Altersgruppen | 25,8 %¹ |
| Alleinlebende unter 30 | 35,9 %¹ |
| Alleinlebende ab 65 | 17,6 %¹ |
| Alleinerziehende (Elternteile) | 39 %¹ |
| Elternteile in Paarhaushalten mit Kindern | 14 %¹ |
| Paare ohne Kinder | 9 %¹ |
| ab 80, im Pflegeheim | 35,2 %² |
| ab 80, im Privathaushalt | 9,5 %² |
¹ „Oft einsam“, Zeitverwendungserhebung 2022. ² „Meistens oder immer“ einsam, D80+, befragt 2020/21 während Corona. Die beiden Studien messen verschieden; vergleichbar sind nur Zeilen mit derselben Ziffer. Quellen: Destatis, Zeitverwendungserhebung 2022 und Pressemitteilung vom 16. Juli 2025; D80+, 2022.
Einkommen und Lebenslage: Wer besonders betroffen ist
- Ein niedriges Einkommen ist laut DIW der stärkste Risikofaktor für Einsamkeit (SOEP 2021, DIW Wochenbericht 5/2025).
- Im DEAS lag der Einsamkeitswert armutsgefährdeter Menschen bei 2,0, bei mittlerem Einkommen bei 1,83 und bei hohem Einkommen bei 1,69 (43 bis 90 Jahre, 2017 und 2023, Skala 1 bis 4). Unter 66-Jährige ohne Erwerbsarbeit kamen auf 1,95, Erwerbstätige auf 1,81 (DZA Aktuell 03/2025, S. 13–14).
- Menschen mit Behinderungen sind häufiger einsam: 2023 stimmten 32,6 Prozent der Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 50 der Aussage „Ich fühle mich oft einsam“ zu, bei einem Grad unter 50 waren es 27,2 Prozent, ohne Behinderungen 20,1 Prozent. Das zeigt das Einsamkeitsbarometer 2026 vom Juni 2026 (SOEP 2023, ab 18 Jahren).
- Das Einsamkeitsbarometer 2024 untersucht außerdem Armut, intensive Sorgearbeit und Migrations- und Fluchterfahrung als Lebenslagen mit höherer Einsamkeitsbelastung.
Wer zu einer dieser Gruppen gehört, ist nicht automatisch einsam: Gruppenwerte beschreiben Häufigkeiten, keine einzelnen Menschen.
Was die Zahlen für deine Familie bedeuten
Eine Quote sagt nicht, ob deine Mutter oder dein Großvater einsam ist. Hinweise geben eher Veränderungen im Alltag; eine Liste der Anzeichen, auf die du achten kannst, steht im Ratgeber. Die 10 Prozent für Menschen ab 65 aus der Zeitverwendungserhebung 2022 stammen zudem aus einer Befragung, in der Hochbetagte laut Sozialbericht 2024 unterrepräsentiert sind und Menschen in Alten- und Pflegeheimen nicht befragt wurden.
Wenn du es wissen willst, frag direkt, zum Beispiel: „Wünschst du dir gerade mehr Kontakt, und mit wem?“ Möchte die Person das, verabredet ihr einen festen Anruf oder gemeinsame Zeit und einen Tag, an dem ihr wieder darüber sprecht. Wie so ein Wochenrhythmus aussehen kann, zeigt das Beispiel für einen Kontaktplan; praktische Hilfen sind ein Videoanruf, den sie allein annehmen kann, und ein Bilderrahmen, in den ihr per App Fotos schickt. Lehnt sie ab, respektiere das und frag, ob du später noch einmal nachfragen darfst.
Einsamkeit im Zeitverlauf: 2017, 2020, 2021 und Corona
Kurz gesagt: Corona hat die Einsamkeit 2020 stark erhöht. 2021 lag sie niedriger, aber noch über dem Stand vor der Pandemie.
- 2020 hatte mehr als jede vierte erwachsene Person eine erhöhte Einsamkeitsbelastung: 28,2 Prozent. 2017 waren es 7,6 Prozent, 2021 dann 11,3 Prozent, laut Einsamkeitsbarometer 2024 (Seite 19).
Erhöhte Einsamkeitsbelastung, ab 18 Jahren
- 20177,6 %
- 2020, erstes Corona-Jahr28,2 %
- 2021, während Corona11,3 %
- Mindestens manchmal einsam waren 15 Prozent (2013), 14 Prozent (2017) und 19 Prozent (2021), laut DIW Wochenbericht 5/2025. Beide Reihen liegen 2021 also noch über dem Stand vor der Pandemie.
- Ab 80 lag der Anteil der Einsamen während der Pandemie etwa doppelt so hoch wie vorher geschätzt, laut D80+ (2022).
- Das Einsamkeitsbarometer 2024 reicht bis 2021. Die Zeitverwendungserhebung 2022 und der DEAS 2023 sind jünger, messen aber anders und lassen sich deshalb nicht an diese Reihe anhängen.
Einsamkeit international: WHO und EU
- Jede sechste Person weltweit ist von Einsamkeit betroffen, schreibt die WHO-Kommission für soziale Verbundenheit im Bericht vom 30. Juni 2025. Die WHO beschreibt Einsamkeit als das schmerzhafte Gefühl einer Lücke zwischen gewünschten und tatsächlichen sozialen Beziehungen.
- In Ländern mit niedrigem Einkommen fühlen sich laut WHO (2025) etwa 24 Prozent einsam, in Ländern mit hohem Einkommen etwa 11 Prozent. Unter 13- bis 29-Jährigen sind es 17 bis 21 Prozent, am meisten bei Jugendlichen.
Einsam, weltweit (WHO 2025)
- Länder mit niedrigem Einkommen24 %
- weltweit16 %
- Länder mit hohem Einkommen11 %
- In der EU waren 2022 13 Prozent der Befragten meistens einsam, mehr als ein Drittel mindestens manchmal. Das zeigt die EU-weite Einsamkeitsbefragung der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (EU-LS 2022). Befragt wurden im November und Dezember 2022 Menschen ab 16 Jahren, EU-weit 25.646 über eine nicht zufallsbasierte Online-Befragung aus Verbraucherpanels. Laut JRC nimmt Einsamkeit mit steigendem Alter, Einkommen und Bildung ab. Einen Wert für Deutschland aus dieser Befragung nennen wir hier nicht, weil wir ihn nicht in der Primärquelle prüfen konnten.
- Soziale Isolation ist etwas anderes als Einsamkeit. Sie beschreibt wenige Kontakte, nicht ein Gefühl. Laut WHO (2025) betrifft sie bis zu jede dritte Person im höheren Lebensalter und jede vierte im Jugendalter.

Einsamkeit und Gesundheit: Was Studien zeigen und was nicht
Zwei Meta-Analysen des Forschungsteams um Julianne Holt-Lunstad untersuchen, wie soziale Beziehungen und Sterblichkeit zusammenhängen. Beide werten Beobachtungsstudien aus. Sie zeigen Zusammenhänge, keinen Beweis für Ursache und Wirkung.
- Die Meta-Analyse von Holt-Lunstad u. a. von 2010 in PLoS Medicine umfasst 148 Studien mit 308.849 Teilnehmenden, im Mittel 7,5 Jahre beobachtet. Menschen mit ausreichenden sozialen Beziehungen hatten eine um 50 Prozent höhere Überlebenschance, gemessen als Odds Ratio 1,50. Eine Odds Ratio vergleicht Chancen, keine Wahrscheinlichkeiten. Gemessen wurden soziale Beziehungen insgesamt, nicht Einsamkeit allein.
- Die Meta-Analyse von Holt-Lunstad u. a. von 2015 in Perspectives on Psychological Science wertet Studien aus den Jahren 1980 bis 2014 aus. Die Chance, im Beobachtungszeitraum zu sterben, lag bei sozialer Isolation um 29 Prozent höher (Odds Ratio 1,29), bei Einsamkeit um 26 Prozent (1,26) und bei Alleinleben um 32 Prozent (1,32).
- Die WHO bringt Einsamkeit mit geschätzt 871.000 Todesfällen pro Jahr in Verbindung, rund 100 pro Stunde (WHO-Bericht 2025). Das ist eine Schätzung, keine Zählung.
- 60,7 Prozent der Menschen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung hatten 2021 eine unterdurchschnittliche körperliche Gesundheit, laut Einsamkeitsbarometer 2024. In welche Richtung der Zusammenhang wirkt, zeigt diese Zahl nicht.
Was diese Studien nicht belegen: dass Einsamkeit allein krank macht. Wer krank ist, kann auch einsamer werden, und Faktoren wie Einkommen wirken auf beides.
Wie wird Einsamkeit gemessen? Warum die Zahlen abweichen
Einsamkeit ist ein Gefühl: Die eigenen Beziehungen reichen nicht, gemessen an dem, was man sich wünscht. Soziale Isolation beschreibt wenige Kontakte, allein leben die Wohnform. Studien messen das Gefühl auf verschiedene Weise.
| Studie | Frage und Schwelle | Wer befragt wurde |
|---|---|---|
| Zeitverwendungserhebung 2022 | eine Frage zur Selbsteinschätzung; einsam heißt „oft einsam“ | ab 10 Jahren, ohne Heime |
| D80+ | eine Frage, wie oft einsam in der letzten Woche; einsam heißt „meistens“ oder „immer oder fast immer“ | ab 80, auch im Heim |
| Einsamkeitsbarometer 2024 | drei Fragen der UCLA-Skala, Antworten von 1 bis 5; erhöht heißt Mittelwert über 3 | ab 18 Jahren, SOEP |
| DIW Wochenbericht 5/2025 | dieselben drei UCLA-Fragen; einsam heißt Mittelwert ab 3 | SOEP, jährlich rund 30.000 Befragte |
| DEAS | sechs Fragen der De-Jong-Gierveld-Skala, Antworten von 1 bis 4; sehr einsam heißt Mittelwert über 2,5 | 43 bis 90 Jahre, Privathaushalte |
Vier Gründe, warum die Zahlen auseinanderliegen:
- Die Frage. Eine einzelne direkte Frage misst etwas anderes als eine Skala aus mehreren Fragen, deren Antworten gemittelt werden.
- Die Schwelle. Aus dem SOEP 2021 ergeben sich 19 Prozent, wenn schon „manchmal“ zählt (DIW, 2025), und 11,3 Prozent, wenn es häufiger als „manchmal“ sein muss (Einsamkeitsbarometer 2024). Laut Einsamkeitsbarometer (S. 16) gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens darüber, wo die Grenze liegt.
- Die Altersgruppe. Die Studien befragen Menschen ab 10, ab 18, von 43 bis 90 oder ab 80. Menschen in Heimen sind nur in D80+ gezielt einbezogen.
- Der Zeitpunkt. Werte aus 2020 und 2021 stammen aus der Corona-Pandemie und liegen höher als davor.

Was die Zahlen nicht zeigen
Jede Zahl auf dieser Seite hat Grenzen, die über Frage und Schwelle hinausgehen:
- Alle Werte sind Selbstauskunft, keine Diagnose. Sie beruhen darauf, was Menschen über sich selbst angeben. Wie sie antworten, hängt auch von der Frage ab: Bei direkten Fragen geben Frauen häufiger Einsamkeit an, und Männer antworten womöglich eher sozial erwünscht, weil sie sich eher für das Gefühl schämen. So fasst das Einsamkeitsbarometer 2024 (S. 19) den Forschungsstand zusammen.
- Nicht alle werden befragt: Die Zeitverwendungserhebung lässt Alten- und Pflegeheime aus. Im Deutschen Alterssurvey fehlen laut DZA (2025) viele der Jahrgänge 1930 bis 1939, weil sie inzwischen verstorben sind, in Pflegeheimen leben oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr befragt werden können. Gerade im Heim lag der Anteil in D80+ mit 35,2 Prozent aber am höchsten (D80+, 2022, während Corona).
- Die Altersgruppen sind grob: „Ab 65“ fasst 65- und 95-Jährige zusammen. Die Studien schneiden die Gruppen verschieden (ab 65, über 75, ab 80, 43 bis 90 Jahre), deshalb ergeben ihre Werte zusammen keine durchgehende Alterskurve.
- Die Quoten sind Momentaufnahmen: Sie zeigen, wie viele Menschen zu einem Zeitpunkt einsam waren; wie lange einzelne Menschen einsam bleiben, geht aus ihnen nicht hervor.
- Zusammenhang ist nicht Ursache. Dass Menschen im Heim häufiger einsam sind, heißt nicht, dass das Heim einsam macht: Laut D80+-Autorenteam (S. 5) kann eine schlechte Gesundheit sowohl zum Umzug ins Heim als auch zu fehlenden Kontakten führen.
Zur Lücke bei den Heimen schreibt das Autorenteam des Deutschen Alterssurveys:
„Darüber hinaus bildet der DEAS bislang die Menschen, die in Pflegeinstitutionen leben, nicht hinreichend ab.“
– Marie-Christine Franz, Stefan Stuth und Oliver Huxhold, DZA Aktuell 03/2025, S. 16–17

Datenstand: die neuesten Zahlen im September 2026
- Geprüft haben wir am 25. September 2026 auf den Seiten des Bundesfamilienministeriums, des Statistischen Bundesamts, des DZA, der WHO und der JRC.
- Die neuesten Werte der UCLA-Reihe stehen im Einsamkeitsbarometer 2024, mit Daten bis 2021.
- Die neuesten SOEP-Daten zur Einsamkeit stammen von 2023, mit der einzelnen Aussage „Ich fühle mich oft einsam“, ausgewertet im Einsamkeitsbarometer 2026 für Menschen mit und ohne Behinderungen. Eine Quote für die ganze Bevölkerung nennt der Bericht in seiner Zusammenfassung nicht.
- Die neueste Einsamkeitsquote für alle ab 10 Jahren stammt aus der Zeitverwendungserhebung 2022, von Destatis im Juni 2025 überarbeitet (16,3 Prozent).
- Die neueste Befragung der zweiten Lebenshälfte ist der DEAS 2023, Feldzeit Dezember 2022 bis Juni 2023.
- Die neuesten Zahlen zum Alleinleben liefert der Mikrozensus 2025, veröffentlicht im Juni 2026.
So haben wir die Zahlen ausgewählt:
- Wir nutzen nur Primärquellen: Berichte, Tabellen und Mitteilungen der Herausgeber oder Auftraggeber selbst, keine Werte aus Presseartikeln oder Statistikportalen.
- Wir nennen nur, was wir selbst gelesen haben. Jede Zahl steht so in der verlinkten Quelle, mit Definition, Altersgruppe und Erhebungsjahr. Was wir dort nicht prüfen konnten, fehlt, etwa ein Deutschland-Wert aus der EU-Befragung.
- Je Studie zählt die neueste Erhebung. Ältere Jahre stehen nur im Zeitverlauf, Werte aus der Corona-Zeit sind gekennzeichnet.
- Eine eigene Erhebung gibt es nicht: Wir haben keine dieser Studien beauftragt oder finanziert.
Alle Studien zur Einsamkeit im Überblick
Zu jeder Studie: Herausgeber mit Link, Erhebungsjahr und Stichprobe, Messung und Kernzahl.
| Studie und Herausgeber | Daten und Stichprobe | Messung und Kernzahl |
|---|---|---|
| Zeitverwendungserhebung 2022, Statistisches Bundesamt | 2022, Ergebnisse überarbeitet 2025; bundesweit, ab 10 Jahren, ohne Heime | „oft einsam“, eine Frage: 16,3 %; 18–29: 25 %; ab 65: 10 % |
| Einsamkeitsbarometer 2024, Bundesfamilienministerium, ISS Frankfurt | 2017, 2020, 2021; Ausgabe 2026: 2023; SOEP, ab 18 Jahren | UCLA-3, Mittelwert über 3: 11,3 % (2021); 28,2 % (2020). Ausgabe 2026: einzelne Aussage, SOEP 2023, ohne Behinderungen 20,1 % |
| Wochenbericht 5/2025, DIW Berlin | 2013, 2017, 2021; SOEP, jährlich rund 30.000 Befragte | UCLA-3, Mittelwert ab 3: 19 % mindestens manchmal einsam (2021) |
| D80+ Kurzbericht 4, DZA und ceres Universität zu Köln | 11/2020 bis 04/2021, während Corona; 10.372 Menschen ab 80, davon 1.048 in Heimen | „meistens oder immer“ in der letzten Woche: 12,1 %; im Heim 35,2 % |
| DZA Aktuell 03/2025 (DEAS), Deutsches Zentrum für Altersfragen | 2017 und 2023; 9.623 ausgewertete Fälle von 43 bis 90 Jahren | De-Jong-Gierveld-Skala, Mittelwert über 2,5: 9,3 % sehr einsam |
| forsa-Umfrage, im Auftrag der Malteser | Anfang 2021, während Corona; 1.000 Menschen ab 75 an 112 Projektstandorten | „häufig oder hin und wieder“: 22 % |
| Kommission für soziale Verbundenheit, WHO | Bericht 2025; weltweit | WHO-Definition: jede sechste Person |
| EU-LS 2022, Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission | 11–12/2022; EU-weit ab 16 Jahren, 25.646 Befragte, Online-Panels | „meistens einsam“: 13 % |
| Meta-Analyse 2010, Holt-Lunstad u. a., PLoS Medicine | 148 Studien, 308.849 Personen | soziale Beziehungen: Odds Ratio 1,50 für Überleben (95-%-Konfidenzintervall 1,42 bis 1,59) |
| Meta-Analyse 2015, Holt-Lunstad u. a., Perspectives on Psychological Science | Beobachtungsstudien von 1980 bis 2014 | Einsamkeit: Odds Ratio 1,26 für Sterblichkeit |
Zitierhinweis: So zitierst du diese Seite
Stand: 25. September 2026. Ändert sich eine Zahl, ändert sich auch dieses Datum.
Akkaya, Deniz (2026): Einsamkeit in Zahlen: Was Studien über Deutschland zeigen. Stand: 25.09.2026.
https://amara.app/ratgeber/einsamkeit-in-zahlen
Für Hausarbeiten und Artikel gilt: Zitiere jede Zahl aus ihrer Primärquelle, die in der Tabelle und unter den Quellen verlinkt ist, und nenne diese Seite als Übersicht. Die Checkliste unten zeigt, was zu jeder Zahl dazugehört.
Häufige Fragen
Wie viele Menschen in Deutschland sind einsam?
Das hängt von der Messung ab. Die Zeitverwendungserhebung 2022 des Statistischen Bundesamts zählt nach der Revision von 2025 16,3 Prozent der Menschen ab 10 Jahren, die sich oft einsam fühlen. Das Einsamkeitsbarometer 2024 kommt für 2021 auf 11,3 Prozent der Erwachsenen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung; mit niedrigerer Schwelle kommt das DIW (2025) für 2021 auf 19 Prozent.
Welche Altersgruppe ist am einsamsten?
Das hängt von Jahr und Messung ab. 2022 fühlten sich 25 Prozent der 18- bis 29-Jährigen oft einsam, aber 10 Prozent der Menschen ab 65 (Destatis, Zeitverwendungserhebung 2022). In SOEP-Daten von 2023 lagen unter Menschen ohne Behinderungen die 18- bis 40-Jährigen (23,3 Prozent) und die Menschen ab 75 (23,7 Prozent) gleichauf (Einsamkeitsbarometer 2026). Innerhalb der Gruppe ab 80 steigt der Anteil mit dem Alter, bis auf 22,1 Prozent ab 90 (D80+, während Corona).
Wie viele Menschen ab 80 sind einsam?
12,1 Prozent der Menschen ab 80 fühlten sich in der Woche vor der Befragung meistens oder immer einsam. Das ergab die Studie D80+ von DZA und Universität zu Köln (2022) mit 10.372 Befragten, erhoben von November 2020 bis April 2021 während der Corona-Pandemie. Im Pflegeheim waren es 35,2 Prozent, zu Hause 9,5 Prozent.
Wie viele Menschen ab 65 leben allein?
Gut jede dritte Person ab 65 lebte 2025 allein (34,4 Prozent), ab 85 mehr als jede zweite (55,8 Prozent), laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamts. Allein leben heißt nicht einsam sein: Von den Alleinlebenden ab 65 fühlten sich 2022 17,6 Prozent oft einsam, seltener als in jeder jüngeren Altersgruppe der Alleinlebenden.
Wie hat Corona die Einsamkeit verändert?
Laut Einsamkeitsbarometer 2024 des Bundesfamilienministeriums stieg der Anteil der Erwachsenen mit erhöhter Einsamkeitsbelastung von 7,6 Prozent (2017) auf 28,2 Prozent (2020) und lag 2021 bei 11,3 Prozent. Das DIW (Wochenbericht 5/2025) misst mit niedrigerer Schwelle 14 Prozent (2017) und 19 Prozent (2021). Beide Werte lagen 2021 noch über dem Stand vor der Pandemie.
Warum unterscheiden sich die Zahlen zur Einsamkeit so stark?
Die Studien stellen andere Fragen, setzen andere Schwellen, befragen andere Altersgruppen und stammen aus anderen Jahren. Allein die Schwelle macht viel aus: Aus dem SOEP 2021 ergeben sich 19 Prozent (DIW 2025), wenn „manchmal“ zählt, und 11,3 Prozent (Einsamkeitsbarometer 2024), wenn es häufiger sein muss.
Checkliste: Einsamkeitszahlen richtig zitieren
- Studie und Herausgeber nennen, zum Beispiel „Einsamkeitsbarometer 2024, Bundesfamilienministerium“.
- Das Erhebungsjahr angeben, nicht nur das Erscheinungsjahr.
- Die Altersgruppe nennen: ab 10, ab 18, 43 bis 90 oder ab 80 Jahren.
- Die Definition dazuschreiben: „oft einsam“, „meistens oder immer“ oder ein Skalenwert mit Schwelle.
- Werte aus 2020 und 2021 als „während der Corona-Pandemie erhoben“ kennzeichnen.
- Zahlen mit unterschiedlicher Definition nicht in einer Grafik oder Rangfolge gegenüberstellen.
- Zusammenhänge mit Gesundheit als Zusammenhang beschreiben, nicht als Ursache.
- Auf die Primärquelle verlinken und das Abrufdatum notieren.
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Quellen
- Statistisches Bundesamt und bpb – Sozialbericht 2024, Kapitel Einsamkeit (Zeitverwendungserhebung 2022) – geprüft am 25. September 2026
- Statistisches Bundesamt – Demografiegespräch Einsamkeit, 9. Oktober 2024 – geprüft am 25. September 2026
- Bundesfamilienministerium – Erstes Einsamkeitsbarometer für Deutschland veröffentlicht (30. Mai 2024) – geprüft am 25. September 2026
- Bundesfamilienministerium – Einsamkeitsbarometer 2024, Bericht (PDF) – geprüft am 25. September 2026
- DIW Berlin – Wochenbericht 5/2025: Einsamkeit in Deutschland – geprüft am 25. September 2026
- DZA und ceres Universität zu Köln – D80+ Kurzbericht 4: Einsamkeit in der Hochaltrigkeit (PDF, 2022) – geprüft am 25. September 2026
- Deutsches Zentrum für Altersfragen – DZA Aktuell 03/2025: Einsamkeit in der zweiten Lebenshälfte (PDF) – geprüft am 25. September 2026
- Bundesfamilienministerium – Einsamkeit betrifft Menschen in der Lebensmitte stärker als im Rentenalter (10. Juli 2025) – geprüft am 25. September 2026
- Statistisches Bundesamt – Zeitverwendungserhebung 2022, revidierte Ergebnisse (Stand 6. Juni 2025) – geprüft am 25. September 2026
- Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission – EU Loneliness Survey, Methode – geprüft am 25. September 2026
- Statistisches Bundesamt – 17 Millionen Menschen in Deutschland leben allein, mit revidierten Ergebnissen der Zeitverwendungserhebung 2022 (16. Juli 2025) – geprüft am 25. September 2026
- Statistisches Bundesamt – 17,3 Millionen Menschen in Deutschland leben allein, Mikrozensus 2025 (24. Juni 2026) – geprüft am 25. September 2026
- Bundesfamilienministerium – Einsamkeitsbarometer 2026: Fokusanalyse zu Menschen mit Behinderungen (5. Juni 2026) – geprüft am 25. September 2026
- Bundesfamilienministerium – Einsamkeitsbarometer 2026, Bericht (PDF) – geprüft am 25. September 2026
- Malteser – forsa-Umfrage zu Einsamkeit bei Menschen ab 75 – geprüft am 25. September 2026
- WHO – Social connection linked to improved health and reduced risk of early death (30. Juni 2025) – geprüft am 25. September 2026
- WHO – Commission on Social Connection – geprüft am 25. September 2026
- Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission – Loneliness and social connectedness: insights from a new EU-wide survey (2023) – geprüft am 25. September 2026
- Holt-Lunstad, Smith, Layton – Social Relationships and Mortality Risk: A Meta-analytic Review, PLoS Medicine 2010 – geprüft am 25. September 2026
- Holt-Lunstad u. a. – Loneliness and social isolation as risk factors for mortality, Perspectives on Psychological Science 2015 (PubMed) – geprüft am 25. September 2026
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