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Familie & Alltag

Spiele und Beschäftigung für Demenzkranke

Von Deniz Akkaya · · · 9 Min. Lesezeit

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Probiert ein Wortpaar: Du sagst „Kaffee und …“. Lass Zeit; kommt keine Antwort, ergänze selbst „Kuchen“. Jede Antwort zählt. Bei Unruhe oder Müdigkeit hört ihr auf.

Gute Spiele für Demenzkranke sind meist vertraut, einfach und lassen sich gemeinsam spielen: ein früheres Lieblingsspiel mit weniger Regeln, Lieder, Sprichwörter, Fotos und Aufgaben im Alltag. Viele dieser Spiele gehen per Stimme und ohne Material; wir schlagen vor, sie auch am Telefon auszuprobieren.

Brettspiel aus Holz mit bunten Figuren: Eine weißhaarige Frau zieht eine rote Figur, ein Mann schaut am Küchentisch zu.
  • Gemeinsam spielen: Bei leichter bis mittelschwerer Demenz schlägt die S3-Leitlinie kognitive Stimulation vor; von selbst durchgeführtem Computertraining rät sie eher ab (Studienüberblick).
  • Nach dem Tag wählen, nicht nach Tests: Was heute gelingt, zählt. Zu schwer und zu leicht sind beide ungünstig.
  • Kurz ist genug: Auch kurze Runden zählen. Wird sie müde oder unruhig, hört ihr auf.

Welche Spiele eignen sich für Demenzkranke?

Gute Spiele für Demenzkranke kennt deine Mutter meist von früher: Plötzliche Umstellungen verunsichern Menschen mit Demenz oft, Gewohnheiten geben Sicherheit (Bundesgesundheitsministerium). Wir schreiben „deine Mutter“; alles gilt genauso für deinen Vater oder Partner.

Infrage kommen vereinfachte Brett- und Kartenspiele, Wortspiele, Musik, alte Fotos, Bewegung und Spiele für die Sinne. Vermeide Überforderung genauso wie Unterforderung: Überforderung kann Versagensangst wecken, Unterforderung die Selbstachtung kosten (Bundesgesundheitsministerium).

Unsere Beispiele zum Ausprobieren, keine feste Zuordnung. Pass sie an ihre Reaktion an:

Was du beobachtestEinen Versuch wertWas eher überfordern kann
Spielt nach Regeln, verliert aber manchmal den FadenDas frühere Lieblingsspiel mit einfacheren Regeln, etwa Rommé mit weniger Karten oder Mühle, Rätsel ohne ZeitdruckNeue Spiele, viele Regeln, Zeitdruck
Braucht bei jedem Zug HilfePaare mit offenen Karten, Sprichwörter, Lieder, Fotos aus guten ZeitenSpiele mit Verlierern, Wissensfragen
Reagiert vor allem auf Musik, Stimme und BerührungSingen, im Takt klopfen, Hand halten, fühlen und riechenLängere Gespräche, Regeln, feine Handgriffe

Spiele per Stimme: ohne Hände und ohne Bildschirm

Viele gute Spiele brauchen nur zwei Stimmen: kein Brett, kein Material. Lieder, Musik und Gedichte werden im mittleren Stadium häufig noch gut erinnert (Deutsche Alzheimer Gesellschaft, 2019).

Im gemusterten Sessel spricht eine grauhaarige Frau mit einer jüngeren Frau, die ihr zugewandt auf einem Hocker sitzt.
Du fängst ein Sprichwort an, deine Mutter vollendet es – ohne Karten, ohne Brett, ohne Verlierer.

Unsere Vorschläge:

  • Sprichwörter, Wortpaare, Gedichte: Du beginnst („Morgenstund hat …“, „Salz und …“), deine Mutter ergänzt.
  • Lieder weitersingen: Summ den Anfang eines Volkslieds oder Schlagers aus ihrer Jugend. Singen geht oft lange, auch wenn Sprache schwerer fällt; achte darauf, ob ein Lied traurige Erinnerungen weckt (Wegweiser Demenz).
  • „Erzähl mal“ statt „Weißt du noch?“: Die erste Frage lädt ein, die zweite prüft.
  • Wörter sammeln: abwechselnd Blumen, Städte, Dinge aus der Küche. Jede Antwort zählt.

Fallen Wörter schwer, nehmt Lieder und Klopfen im Takt: Trommeln und Singen gehen oft auch bei fortgeschrittener Demenz (Wegweiser Demenz).

Amara: erzählen per Stimme, spielen am Bildschirm

In der Amara-App, unserem eigenen Angebot, sprechen zwei KI-Stimmen, Mia und Max. Mit ihnen kann deine Mutter von früher erzählen: Sie hören zu, und was sie erzählt, wissen sie beim nächsten Gespräch noch. Tempo und Lautstärke lassen sich einstellen. In der App gibt es Solitär, ein Quiz, Sudoku und Memory: Ein Satz wie „Ich möchte Sudoku spielen“ startet das Spiel, gespielt wird auf dem Bildschirm. Auf Amara Home, das noch nicht ausgeliefert wird, sind auch Spiele geplant. Die Amara-App ist kein Medizinprodukt und keine Therapie. Ob Amara für deine Mutter passt, probiert ihr am besten gemeinsam aus.

Ein Tablet im hellen Lautsprecher-Standfuß zeigt ein Sudoku; eine grauhaarige Frau tippt im Wohnzimmer auf den Bildschirm.
Geplant für Amara Home: Sudoku per Stimme starten und auf dem Bildschirm spielen.

So gelingt eine Spielrunde in 5 Schritten

Wähle für Spiele bei Demenz einen guten Moment; deine Mutter bestimmt die Dauer.

1. Anbieten statt abfragen

Frag nicht „Kannst du das noch?“, sondern biete an: „Wollen wir uns das zusammen anschauen?“ (Wegweiser Demenz).

2. Eine ruhige Zeit wählen

Ein laufender Fernseher oder Stimmen aus dem Radio können Menschen mit Demenz verwirren (Deutsche Alzheimer Gesellschaft); stört es deine Mutter, schaltet aus. Spielt in kleiner Runde, nicht im Trubel.

3. Regeln vereinfachen

Die Regeln früher gern gespielter Spiele lassen sich immer weiter vereinfachen, etwa mit weniger Karten (Bundesgesundheitsministerium). Zeig den nächsten Zug, statt ihn zu erklären.

4. Nicht korrigieren, sondern loben

Kritik belastet Menschen mit Demenz stark, Lob tut ihnen gut (Bundesgesundheitsministerium). Ein falscher Zug darf liegen bleiben; wenn überhaupt, korrigierst du später und unauffällig.

5. Aufhören, solange es schön ist

Achte darauf, ob deine Mutter interessiert und ruhig wirkt oder unsicher, gereizt oder müde wird (Wegweiser Demenz). Kippt die Stimmung, hört auf.

Beschäftigung für Demenzkranke im Alltag

Beschäftigung für Demenzkranke heißt vor allem: mitmachen und gebraucht werden. Nützliche Tätigkeiten wie Staubwischen oder Gartenarbeit werden oft leichter angenommen als Basteln (Bundesgesundheitsministerium). Wiederholung stört oft nur die Angehörigen: Immer wieder dieselben Handtücher zu falten, kann Menschen mit Demenz Sicherheit geben. Nimm deiner Mutter nicht jede Aufgabe ab, nur weil sie ihr schwerer fällt (Deutsche Alzheimer Gesellschaft).

Ein grünes Handtuch wird von zwei Paar Händen auf einem grauen Sofa gefaltet; daneben stehen ein Handtuchstapel und ein Wäschekorb.
Gemeinsam falten statt vormachen: Es zählt die Aufgabe, nicht wie ordentlich der Stapel wird.

Aufgaben, die gebraucht werden

Am besten Seite an Seite:

  • Küche: Tisch decken, Gemüse waschen, ohne Messer, Schäler und heißes Wasser
  • Wäsche: Handtücher falten, Socken zu Paaren legen
  • Haus und Garten: Staub wischen, Blumen gießen, Schuhe putzen
  • Hände: Wolle aufwickeln oder, wenn Stricken nicht mehr geht, einen alten Pullover aufribbeln (Bundesgesundheitsministerium)
  • Draußen: Spaziergang, Schaufensterbummel; achte auf unsicheren Gang, Verkehr, Kälte, Hitze und Weglauftendenz (Wegweiser Demenz)

Beschäftigung für demenzkranke Männer: beim Beruf anfangen

An den früheren Beruf lässt sich oft noch einfach anknüpfen, bei Frauen genauso: Es geht darum, etwas beizutragen, nicht frühere Leistungen wiederherzustellen (Wegweiser Demenz).

Schrauben und graue Dübel liegen in Schalen auf einer Werkbank, während zwei Personen die Kleinteile mit den Händen sortieren.
Beim früheren Beruf anfangen: Schrauben sortieren knüpft an vertraute Handgriffe an – ohne scharfes oder elektrisches Werkzeug.
FrüherHeute möglich (unsere Beispiele)Darauf achten
HandwerkHolzstücke sortieren, Werkzeug betrachtenKeine scharfen, schweren oder elektrischen Werkzeuge (Wegweiser Demenz)
BüroUmschläge zählen, Papiere sortieren und abheftenKeine echten Rechnungen, Fristen oder wichtigen Unterlagen (Wegweiser Demenz)
Landwirtschaft, GartenBeet gießen, Kartoffeln sortieren, Laub harkenHitze, Stolperstellen, scharfe Geräte und giftige Pflanzen beachten, nicht zu lange draußen bleiben (Wegweiser Demenz)
Küche, GastronomieGemüse putzen, Servietten faltenHerd, Ofen, Messer und heiße Flüssigkeiten absichern (Wegweiser Demenz)
Sport, VereinFußball im Radio, alte Vereinsfotos, einen Ball zuwerfenOhne Wettkampf

Bei schwerer Demenz: Musik, Berührung, vertraute Handgriffe

Im fortgeschrittenen Stadium reagieren manche Menschen noch auf Berührung, Musik, Gebete oder Gerüche (Wegweiser Demenz). Einfache, vertraute Tätigkeiten reichen: halten, falten, ordnen, fühlen, riechen, gemeinsam singen; ein perfektes Ergebnis ist nicht das Ziel (Wegweiser Demenz).

Spiele selber machen und zum Ausdrucken

Selbst gemachte Spiele bei Demenz greifen Vertrautes auf. Unsere Vorschläge:

  • Paare mit Familienfotos: Druck Fotos aus guten Zeiten doppelt aus und klebt sie auf Pappe. Legt die Paare offen hin, statt sie verdeckt zu suchen: So können sie ein Gespräch anregen. Namen muss sie dabei nicht wissen (Wegweiser Demenz).
  • Fühlbeutel: Holzlöffel, Bürste und Wollknäuel in einen Stoffbeutel stecken und ertasten lassen; bleib dabei, Kleinteile nur nach Fähigkeit (Wegweiser Demenz). Solche Kim-Spiele nennt das Bundesgesundheitsministerium unter den Sinnesübungen. Drei Gläser mit Zimt, Kaffee und Lavendel ergeben ein Riechspiel.
  • Lieblingsspiel abspecken: halb so viele Karten, eine Figur pro Person.
  • Zum Ausdrucken: die Spielkarte mit 7 Spielen ohne Material.

Kaufst du etwas, achte auf einfache, erwachsene Materialien ohne kindlichen Charakter (Wegweiser Demenz).

Spielen aus der Ferne: am Telefon und per Video

Wie wirksam angeleitete kognitive Stimulation aus der Ferne oder digital ist, muss laut der Cochrane-Übersicht von 2023 noch erforscht werden. Die Anrufideen hier sind unsere Vorschläge zum Ausprobieren.

  • Fangt mit einem Spiel pro Anruf an: ein Sprichwort, ein Lied, eine Frage zum Erzählen.
  • Zeig per Video erst nur eine Sache, etwa den Garten.
  • Ruft zu einer festen Zeit an, wenn sie meist wach und ruhig ist.
  • Jemand vor Ort hilft beim Annehmen, etwa die Nachbarin oder der Pflegedienst. Wie ein Videoanruf eingerichtet wird, der bei ihr klingelt, zeigt Videotelefonie Schritt für Schritt.
  • Schick zwischen den Anrufen ein Foto als Gesprächsstoff; ohne Smartphone bei ihr geht das über einen digitalen Bilderrahmen mit App, der selbst online sein muss.

Lebt deine Mutter im Heim, sprecht feste Anrufzeiten mit dem Team ab, wie im Ratgeber zum Umzug ins Pflegeheim beschrieben.

Wenn deine Mutter mit Demenz nicht spielen will

Ein Nein zum Spiel muss kein Nein zu dir sein. Wut kann aus Frust oder Überforderung entstehen, Rückzug aus zu wenig Anregung (Deutsche Alzheimer Gesellschaft).

Was du beobachtestWas du tun kannst
Sie lehnt jedes Spiel abIhr Nein gilt: nicht überreden. Später etwas anderes anbieten, etwa ein Lied beim Wäschefalten
Sie wird wütend, wirft die Karten hinAufhören, nicht diskutieren; später etwas Leichteres
„Das ist doch Kinderkram“Spiele für Erwachsene, echte Aufgaben (Wegweiser Demenz)
Sie verliert und ist traurigOhne Punkte spielen, euch gemeinsam über gute Züge freuen
Sie wirft dir Schummeln vorNicht streiten, die strittige Regel weglassen oder aufhören
Sie ist unruhig, steht immer wieder aufBewegung anbieten: Spaziergang, Wäsche tragen, zur Musik schunkeln
Du verlierst die GeduldPause machen, Entlastung suchen

Geht ein vertrautes Spiel nicht mehr, liegt das nicht an dir. Die Möglichkeiten werden mit der Zeit weniger (Bundesgesundheitsministerium); Singen geht oft noch lange. Wirkt sie plötzlich ungewohnt verwirrt, hol sofort ärztliche Hilfe (Wegweiser Demenz).

Was Spiele leisten können – und was nicht: Was Studien zeigen

Heilen kann ein Spiel eine Demenz nicht, eine Heilung gibt es laut WHO nicht. Die Studien unten untersuchen angeleitete Programme; sie sind kein Wirkungsnachweis für die Alltagsspiele hier.

AnsatzWas Studien zeigenWie sicher die Belege sind
Kognitive Stimulation: angeleitete, gesellige Aktivitäten, meist in GruppenKleiner, kurzfristiger Vorteil beim Denken bei leichter bis mittelschwerer Demenz, deutlicher bei Kommunikation (Cochrane 2023); die S3-Leitlinie schlägt sie vor, fand nach einer behandlungsfreien Pause aber keinen signifikanten Effekt mehrDenken: mittel (Cochrane), gering (S3); Kommunikation: hoch
Musikbasierte Therapie (Cochrane 2025)Gegenüber üblicher Betreuung: depressive Beschwerden wahrscheinlich etwas besser; Unruhe oder Aggression bessern sich wahrscheinlich nicht; beim Denken kein klarer Unterschied; keine Langzeitwirkung belegt. Die S3-Leitlinie schlägt Musiktherapie für das Denken vorDepression, Unruhe: mittel; sonst gering bis sehr gering; S3: gering
Zugeschnittene Aktivitäten zu Hause, meist von Angehörigen angeleitet (Cochrane 2020)Bei leichter bis mittelschwerer Demenz nimmt herausforderndes Verhalten möglicherweise abgering
Übungsprogramm der Familie zu Hause, 356 Paare (Orrell 2017)Kein nachweisbarer Effekt auf Denken oder Lebensqualität; die Beziehung aus Sicht der Erkrankten und die Lebensqualität der Angehörigen schienen besser. Nur 40 % der Übungspaare übten mindestens zweimal pro Wochenicht eingestuft (eine Studie)
Erinnerungsarbeit (Cochrane 2018)Wirkungen uneinheitlich, oft kleinje nach Ergebnis sehr gering bis hoch
Kognitive Trainingsprogramme allein am Computer oder Tablet (S3-Leitlinie)Kein sicherer Nutzen; die Leitlinie rät eher davon absehr gering

Wenn dir die Zeit fehlt: Entlastung und Entlastungsbetrag

Du musst nicht jeden Nachmittag füllen; die WHO rät Angehörigen, sich Hilfe zu holen und regelmäßig Pausen zu machen.

Wird deine Mutter zu Hause gepflegt, steht ihr der Entlastungsbetrag zu: derzeit bis zu 131 € im Monat ab Pflegegrad 1, als Erstattung etwa für Tagespflege oder anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag (Bundesgesundheitsministerium). Stand 28. Oktober 2026 soll ihn laut einem Gesetzentwurf ein Sozialraumbudget ersetzen, auf das Pflegegrad 1 keinen Anspruch hätte; Gesetz ist das noch nicht.

Für Rat und Austausch: Alzheimer-Gesellschaften, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen vor Ort nennt das Adressverzeichnis der Deutschen Alzheimer Gesellschaft; telefonisch berät das Alzheimer-Telefon unter der Festnetznummer 030 259 37 95 14, montags bis donnerstags 9 bis 18 Uhr, freitags 9 bis 15 Uhr.

Häufige Fragen

Wie lange sollte man mit Demenzkranken spielen?

Die zitierten Seiten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, des Bundesgesundheitsministeriums und die S3-Leitlinie Demenzen empfehlen für private Spielrunden keine feste Dauer. Die Studie von Orrell und Kollegen (2017) sah für Familien zu Hause 30 Minuten pro Einheit vor: ein Studienablauf, keine Empfehlung. Wird deine Mutter müde, gereizt oder unruhig, hört ihr auf, auch nach kurzer Zeit.

Helfen Spiele gegen Demenz?

Für die Alltagsspiele hier ist das nicht belegt; angeleitete Programme brachten bei leichter bis mittelschwerer Demenz kleine, kurzfristige Vorteile beim Denken. Ob Spiele einer Demenz vorbeugen, klären die zitierten Cochrane-Übersichten nicht, weil sie bereits Erkrankte untersuchen. Memory oder Kreuzworträtsel lohnen sich, wenn sie Freude machen.

Gibt es eine App oder ein Tablet für Demenzkranke?

Spiele-Apps gibt es, doch für kognitive Trainingsprogramme, die Menschen mit Demenz allein nutzen, sieht die S3-Leitlinie keinen sicheren Nutzen. Anwendungen aus dem DiGA-Verzeichnis stehen gesetzlich Versicherten für die Erkrankung zu, für die sie bestimmt sind: auf ärztliche oder psychotherapeutische Verordnung oder mit Genehmigung der Krankenkasse (Bundesgesundheitsministerium, § 33a SGB V). Im Alltag kann ein Tablet auch helfen, gemeinsam Fotos anzuschauen oder zu telefonieren.

Wie beschäftige ich meine demenzkranke Mutter, ohne sie wie ein Kind zu behandeln?

Gib ihr echte Aufgaben und Spiele für Erwachsene: Tisch decken, Wäsche falten, Karten spielen, alte Lieder singen. Viele Menschen mit Demenz spüren genau, ob ihnen etwas zugetraut wird oder ob sie nur beschäftigt werden sollen, schreibt der Wegweiser Demenz. Biete an, statt abzufragen, lass Fehler stehen und Material mit kindlichem Charakter weg.

Was kann man beim Besuch im Pflegeheim mit Demenzkranken spielen?

Bring etwas mit, das nichts verlangt: ein Fotoalbum aus guten Zeiten, Lieblingslieder auf dem Handy, ein Kartenspiel mit wenigen Karten. Kommt nicht zu vielen auf einmal: Das Bundesgesundheitsministerium rät allgemein, die Zahl der Besucher überschaubar zu halten. Erzähl dem Pflegeteam, was gut ging, damit es daran anknüpfen kann.

Spielkarte zum Ausdrucken: 7 Spiele ohne Material

  • So fangt ihr an. Wähl ein Spiel, am Telefon eins pro Anruf. Biete an: „Wollen wir zusammen ein Lied singen?“ Bleibt eine Antwort aus, ergänze selbst. Bei Nein, Unruhe oder Müdigkeit hört ihr auf.
  • Sprichwörter ergänzen. Du: „Morgenstund hat …“, sie ergänzt. Leichter: nur das letzte Wort offen lassen.
  • Wortpaare. Du: „Salz und …“, „Kaffee und …“. Leichter: zwei Antworten anbieten, „Pfeffer oder Zucker?“
  • Lied weitersingen. Du summst den Anfang, etwa „Am Brunnen vor dem Tore“. Leichter: von Anfang an zusammen singen. Weckt es traurige Erinnerungen, wechselt das Lied.
  • Im Takt klopfen. Zu einem Lied auf den Tisch, die Knie oder einen Topf. Leichter: langsamer, du gibst den Takt vor. Am Telefon gut hörbar klopfen.
  • Gedicht mitsprechen. Eine Zeile du, eine Zeile sie, etwa Fontanes „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“. Leichter: Du sprichst, sie ergänzt das Reimwort.
  • Erzähl mal. „Erzähl mal von deinem ersten Arbeitstag.“ Leichter: Erzähl du und lass sie ergänzen: „Du hast immer so gern gebacken.“
  • Wörter sammeln. Abwechselnd Blumen, Städte oder alles, was in einen Kuchen gehört; jede Antwort zählt. Leichter: Du nennst drei, sie eins.
  • Fürs nächste Mal. Gefallen hat: ____________ Lieber nicht: ____________

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Quellen

Quellen anzeigen (26)
  1. Bundesministerium für Gesundheit, Online-Ratgeber Demenz: Teilnahme am täglichen Leben – Über- und Unterforderung, Alltagsaufgaben, vereinfachte Spielregeln, Lob statt Kritik (Stand 3. November 2024) – geprüft am 27. Oktober 2026
  2. Bundesministerium für Gesundheit, Online-Ratgeber Demenz: Der Umgang mit Betroffenen und sich selbst – Neuerungen belasten, Gewohnheiten geben Sicherheit (Stand 3. November 2025) – geprüft am 28. Oktober 2026
  3. Bundesministerium für Gesundheit: Ratgeber Demenz – Kim-Spiele als Sinnesübung, DiGA-Verzeichnis (Stand 03/2026) – geprüft am 28. Oktober 2026
  4. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Umgang und Kommunikation – Fernseher und Radio als Störquelle, nicht alle Aufgaben abnehmen, Wut aus Frust oder Überforderung (ohne Datum) – geprüft am 28. Oktober 2026
  5. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Demenz. Das Wichtigste, 8. Auflage 2019 – Lieder, Musik und Gedichte im mittleren Stadium – geprüft am 27. Oktober 2026
  6. Wegweiser Demenz, Blog von Jochen Gust: Beschäftigungsideen für Menschen mit Demenz – anbieten statt abfragen, an frühere Berufe anknüpfen, Fotoalbum, ohne Namen wissen zu müssen, keine kindlichen Materialien, Warnzeichen (26.06.2026) – geprüft am 28. Oktober 2026
  7. Wegweiser Demenz: Alzheimer-Krankheit – Reaktionen im fortgeschrittenen Stadium, Delir als Notfall (Seite ohne Gesamtdatum; der Abschnitt Diagnose ist vom 08.04.2024) – geprüft am 28. Oktober 2026
  8. Wegweiser Demenz: Freizeitgestaltung, Absatz „Musik selber machen“ – Trommeln und Singen auch bei fortgeschrittener Demenz (Abschnitte einzeln datiert, 12.07.2024 und 18.06.2026) – geprüft am 28. Oktober 2026
  9. Cochrane Review, Woods et al.: Kognitive Stimulation bei Demenz – Ergebnisse zu Denken und Kommunikation; Schlussfolgerung der Autoren: Wirksamkeit digitaler und Fern-Formate muss noch erforscht werden (31.01.2023) – geprüft am 28. Oktober 2026
  10. Cochrane Review, van der Steen et al.: Musikbasierte Interventionen bei Demenz (07.03.2025) – geprüft am 28. Oktober 2026
  11. Cochrane Review, Möhler et al.: Persönlich zugeschnittene Aktivitäten für Menschen mit Demenz zu Hause (27.08.2020) – geprüft am 28. Oktober 2026
  12. Cochrane Review, Woods et al.: Erinnerungsarbeit bei Demenz (01.03.2018) – geprüft am 28. Oktober 2026
  13. Orrell et al., PLOS Medicine: Individuelle kognitive Stimulation durch Angehörige zu Hause, randomisierte Studie mit 356 Paaren (März 2017) – geprüft am 27. Oktober 2026
  14. DGPPN und DGN: S3-Leitlinie Demenzen, Living Guideline Version 6.1 – Empfehlungen 55, 56 und 58 zu kognitiver Stimulation, computerbasiertem Training und Musiktherapie (27.04.2026) – geprüft am 27. Oktober 2026
  15. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Dementia, Fact Sheet – keine Heilung, Pausen für Angehörige (26.10.2026) – geprüft am 27. Oktober 2026
  16. Bundesministerium für Gesundheit: Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) – Verordnung oder Genehmigung der Krankenkasse, DiGA-Verzeichnis beim BfArM (Stand 8. September 2026) – geprüft am 29. Oktober 2026
  17. Bundesministerium für Gesundheit: Leistungen und Angebote zur Unterstützung im Alltag – 131 € im Monat, auch bei Pflegegrad 1 (Stand 14. September 2026) – geprüft am 27. Oktober 2026
  18. Bundesministerium für Gesundheit: Fragen und Antworten zum Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes – Sozialraumbudget statt Entlastungsbetrag, kein Anspruch in Pflegegrad 1 (Stand 28. Oktober 2026) – geprüft am 28. Oktober 2026
  19. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Alzheimer-Telefon – Nummer und Sprechzeiten (ohne Datum) – geprüft am 27. Oktober 2026
  20. Deutsche Alzheimer Gesellschaft: Adressen – Alzheimer-Gesellschaften, Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen vor Ort – geprüft am 27. Oktober 2026
  21. Amara: Startseite – Amara Home, Tablet mit Sprachsteuerung für Spiele, Radio und Videoanrufe, Fotos über die Familien-App, Lieferung noch ausstehend – geprüft am 28. Oktober 2026
  22. Amara: Vertrauen – Gespräche mit Mia und Max auf Basis führender KI-Modelle, „Ehrlich darüber, was KI kann“ – geprüft am 28. Oktober 2026
  23. Amara-Hilfe: Wie unterscheidet sich Amara von Siri, Alexa oder ChatGPT? – „Amara merkt sich etwas: … weiß Amara das beim nächsten Gespräch noch“ – geprüft am 29. Oktober 2026
  24. Amara-Hilfe: Wie spiele ich die Spiele in Amara? – Solitär, Quiz, Sudoku und Memory, per Satz gestartet, auf dem Bildschirm gespielt – geprüft am 28. Oktober 2026
  25. Amara-Hilfe: Wie stelle ich ein, wie schnell und wie laut Amara spricht? – Sprechtempo und Lautstärke einstellen – geprüft am 28. Oktober 2026
  26. Amara: Nutzungsbedingungen – kein Medizinprodukt, nur Informations-, Unterhaltungs- und Begleitzwecke – geprüft am 28. Oktober 2026

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